Pro Austauschbarkeit. Contra Abhängigkeit.
Die große Anzahl der Hersteller von Antrieben, Armaturen und Zubehör für die Prozessautomatisierung ist fast undurchschaubar. Die Folge: Eine Unzahl von Produkten, die sich in Konstruktion, Werkstoff, Baugröße, Lebensdauer, Beständigkeit, Qualität und Preis deutlich unterscheiden, überschwemmt den Markt.
Um die Austauschbarkeit der überwältigenden Vielfalt an Komponenten zu gewährleisten und um eine Abhängigkeit des Kunden von einem einzigen Lieferanten zu verhindern, sind wichtige Normen und Richtlinien entstanden, von denen einige hier vorgestellt werden:
ISO 5211/5210 - Anschlüsse von Schwenkantrieben an Armaturen
Die internationale Norm ISO 5211/5210 legt die Maße des Verbindungsflansches zwischen Antrieb und Armatur auf der Ebene des Antriebs fest. Diese Maße ermöglichen auch den Anschluss von Antrieben an Getriebe und von Getrieben an Armaturen. Die Norm definiert außer den Flanschmaßen auch die Verbindung der Antriebswelle mit der Armaturenspindel und legt die durch die Verbindungsteile zulässigen übertragbaren Kräfte bzw. Drehmomente fest.
DIN 3337 - Anschlüsse von Schwenkantrieben für Armaturen
Diese Norm enthält alle Festlegungen für die Flansche F 05 bis F 25 aus den Normen DIN ISO 5211 sowie der Internationalen Norm ISO 5211/3 - 1982. Ergänzende Festlegungen h2, h3 und l3 sowie die Festlegungen der Flansche F 03 und F 04 und die Maße im Zusammenhang mit der Kupplungsart Innenvierkant sind nationale Ergänzungen zur Internationalen Norm ISO 5211 Teil 3.
VDI/VDE 3845 Namur
Diese Richtlinie beschreibt Verbindungsstellen zwischen Stellglied, Stellantrieb und Zubehör. Es wird auf bestehende Normen verwiesen und es werden Empfehlungen für den Anbau von Stellungsreglern, Steuerventilen und Signalgeräten an pneumatische Antriebe gegeben.
Zweck und Geltungsbereich
Die Richtlinie VDI/VDE 3845 Namur enthält Festlegungen über einheitliche Verbindungsstellen an den elementaren Funktionsgruppen von Stellantrieben. Sie sollen den Zusammenbau angrenzender Funktionsgruppen von unterschiedlichen Herstellern ermöglichen.
Funktionsgruppen im Sinne dieser Richtlinie sind:
- Das Stellglied, das mit verstellbarer Querschnittsverengung den Stoffstrom drosselt bzw. absperrt (Armatur)
- Der Stellantrieb, der durch Stellkraft und Stellweg die Querschnittsverengung stellt oder steuert
- Regel-, Steuer- und Signalgeräte zur Führung des Stellantriebes und Einrichtungen für die Zulieferung der Hilfsenergie (Namur-Ventile, Endschalter-Anbauten)