Vom Display in den Kopf

Connected Learning Schülerprojekt

Das neue Lernen ist angekommen. Die virtuelle und die reale Lernwelt wachsen zusehends zusammen. Das eröffnet interessante Möglichkeiten, die neue Erkenntnisse, gute Merkbarkeit und viel Spaß vereinen. Ein spannendes Projekt an einer österreichischen Schule – von Jugendlichen für Kids – zeigt, wie das Lernen der nächsten Generation in der Praxis aussehen kann.

Von Social Media bis Industrie 4.0 – neue Technologien wohin man auch schaut. Die Digitalisierung schreitet voran und erreicht so gut wie alle Bereiche unseres Lebens. Smartphone, Tablet oder Notebook sind fast immer dabei. Kaum vorstellbar, ganz „ohne“ unterwegs zu sein. Das macht Informationen in jeder gewünschten Tiefe und Aufbereitung fast immer und überall abrufbar. Vorzüge, die die Neuen Medien auch für die Lernwelt interessant macht.

Vom Display in den Kopf

Schon vor Jahren haben PowerPoint & Co verwischte Overhead-Folien abgelöst und dann dauerte es nicht mehr lange, bis Interaktivität ins Spiel kam. Denn wer selbst Hand anlegt, der ist mehr bei der Sache und merkt sich das Präsentierte bekanntlich auch deutlich besser – didaktisch ein Quantensprung. Ob Aus- oder Weiterbildung – eLearning liegt im Trend. Flexibilität ist dabei Trumpf, denn die Neuen Medien erlauben das Lernen wo und wann man möchte. Ideal auch, um Auszubildende individuell auf ein Präsenz-Training vorzubereiten. Unterschiedlicher Vorwissensstand ist dabei kein Problem: Jeder Teilnehmer kann genau jene E-Lectures konsumieren, die er braucht, um optimal an seinen Kurs herangeführt zu werden. Diese Form des Lernens, die Online-Trainings mit klassischen Seminaren und praktischen Übungen verbindet, heißt Blended Learning.

Connected Learning

Festo präsentierte vor Kurzem die neueste Entwicklung der digitalen Lernwelt: Tec2Screen®, einen mobilen Lernbegleiter, der die virtuelle und die reale Lernwelt noch enger zusammenführt. Mit einem iPad, einer speziellen Lernumgebung (Software) und individuell konfigurierbaren Hardware-Anschlüssen (sogenannten Connects) bildet Tec2Screen® die ideale Brücke zwischen eLearning und praktischer Übung. So lassen sich zum Beispiel über entsprechende Connects die Lernfabriken von Festo Didactic (wie zum Beispiel die Lern- und Forschungsstation für Industrie 4.0, CP Factory) einfach anbinden. Zudem können Lehrende / Trainer eigene interaktive Kursprogramme kreieren und Kursberechtigungen verwalten (Classroom-Manager). Damit eröffnet Tec2Screen® viel Raum für Kreativität – zwei Schülerinnen und ein Schüler der Höheren Technischen Lehranstalt Neufelden (Oberösterreich) haben das im Rahmen ihrer Abiturarbeit im Bereich Automatisierungstechnik, die gleichzeitig ein Projekt für „Technik am Zug“ war, anschaulich unter Beweis gestellt.

Tec2Screen® Schülerprojekt

Damit sich die Kisten öffnen und der Zugang zu den Experimenten freigegeben wird, muss Tec2Screen® von den Kindern zunächst richtig angeschlossen und ein Wissensquiz gelöst werden.

Von Jugendlichen für Kids

„Technik am Zug“ heißt die 2013 gestartete Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern und Jugendlichen Technik und Naturwissenschaften anschaulich näherzubringen. Dafür wird ein ausrangierter Schnellzugwagen mit spannenden Experimenten ausgestattet. Ein Konsortium, dem auch Festo angehört, stellt die notwendigen Ressourcen zur Verfügung. Der Wagen wird von Schülerinnen und Schülern oberösterreichischer Technikschulen gestaltet. Im Lauf des heurigen Jahres wird das Endergebnis der zahlreichen Bemühungen den jungen Besuchern am Gelände der voestalpine Stahlwelt in Linz zur Verfügung stehen.

Kreativität gefragt

Am Anfang des Projekts stand für Vera Pröll, Julia Lauss und Stefan Beringer ein großes Fragezeichen, denn sie haben im Rahmen ihres Abiturprojekts vor rund zwei Jahren die Aufgabe übernommen, Kindern zwischen 8 und 14 Jahren Pneumatik zu erklären und spielerisch näherzubringen. Vorgaben gab es – abgesehen von den im Wagen sehr eingeschränkten Platzverhältnissen – so gut wie keine. Und das war eine ganz besondere Herausforderung, denn die Ideen und das Konzept mussten erst von den Abiturienten selbst entwickelt werden. Überlegungen waren dabei unter anderem, dass man sich den Zugang zu jeder einzelnen der sechs Stationen erst „erarbeiten“ muss, und dass nicht alles gleich ersichtlich sein soll, da die Kids sonst einfach losstürmen und mit der Technik spielen würden.

Sechs Stationen – fünf Boxen

Um den Durchgang für die jungen Teilnehmer spannend und geheimnisvoll zu gestalten, wurde die Idee entwickelt, die ersten fünf Stationen unter pneumatisch verriegelten Holzkisten zu verstecken. Erst wenn die Kinder Tec2Screen® richtig angeschlossen, die Erklärung erhalten und ein kleines Quiz gelöst haben, öffnet sich die Abdeckung der nächsten Station und die kleine pneumatische Anlage wird zugänglich gemacht. Hier kann das soeben Gelernte dann spielerisch in die Praxis umgesetzt werden.

Pneumatik erleben

In den ersten fünf Stationen werden grundlegende Pneumatik-Komponenten in Funktion gezeigt, wie etwa ein Druckluftspeicher, Ventile oder Zylinder. In der finalen Station 6 wird’s dann besonders kniffelig, denn dort gilt es, eine Kugel mithilfe von Pneumatik durch ein Labyrinth zu lotsen. Tec2Screen® führt die Kinder von Station zu Station und hilft, die Lerninhalte anschaulich zu vermitteln. Ebenfalls im Spiel ist der Ball für die letzte Station, der erst mit Druckluft von Station 5 in Station 6 geblasen und auch wieder zurücktransportiert werden muss. Das passiert allerdings nur dann, wenn alle Aufgabenstellungen richtig gelöst wurden.

Professionelle Kursgestaltung

Begeistert zeigt sich das Projekt-Team von den Möglichkeiten mit Tec2Screen®. Der Content-Builder erlaubt es im Handumdrehen, einen professionellen Kurs zu gestalten – die Einbindung von Videos, Dokumenten und weiterführenden Links inklusive. Interaktivität für die Kursteilnehmer wird dabei großgeschrieben. Die fertige Oberfläche präsentiert sich dem Lernenden übersichtlich und im sauberen Layout. Von der Komplexität im Hintergrund merkt der Teilnehmer nichts. Tec2Screen® hilft die Lerninhalte modern zu präsentieren und mit der Lernhardware praxisorientiert zu verknüpfen. Klick für Klick geht’s durch den Kurs – so einfach, dass sogar Kinder damit zurechtkommen.

www.technik-am-zug.at

www.htl-neufelden.at

  1. Dieser Artikel erschien im trends in qualification Kundenmagazin von Festo Didactic 1.2016
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