Auf den ersten Blick wirkt der Bionische Handling-Assistent wie ein nachgiebiger Greifarm, der in Struktur und Gesamtfunktion dem Elefantenrüssel nachempfunden ist. Unseren Forschern dient das System ebenso als Entwicklungsplattform, die unterschiedlichste Technologien und Komponenten kombiniert.
Der Bionische Handling-Assistent arbeitet frei beweglich und nachgiebig. Auch bei direktem Kontakt zwischen Maschine und Mensch ist er sicher. Im Falle einer Kollision gibt die pneumatische Balgstruktur sofort nach und muss deshalb nicht wie konventionelle Robotern sorgfältig vom Menschen abgeschirmt werden. Dafür wurde das Assistenzsystem 2010 mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet.
Der Greifer des Bionischen Handling-Assistenten besteht aus drei adaptiven Fingern, deren Wirkprinzip ebenfalls aus der Tierwelt stammt: Wie die Fischflosse knickt die Struktur mit Fin Ray Effect® bei seitlichem Druck nicht weg – sie wölbt sich um den Druckpunkt herum. So schließen sich die Finger sanft um das Greifgut und ermöglichen einen zerstörungsfreien Umgang mit leicht zerbrechlichen und unterschiedlich geformten Gegenständen.
Damit liefert der Bionische Handling-Assistent neue Lösungsansätze auf die Frage, wie Mensch und Technik in der Fabrik von morgen einfach, effizient und vor allem sicher interagieren können.
Gleichzeitig dient das System als Multitechnologie-Plattform zur simultanen Entwicklung von Mechanik, Elektronik und Software für Maschinen und Handhabungslösungen. 2012 ergänzten unsere Ingenieure den Assistenten um eine Bild- und Spracherkennung. Mit ihr ist das System in der Lage, Objekte eigenständig zu greifen – ohne Programmieraufwand oder Handbedienung.
Diese kontinuierliche Weiterentwicklung zeigt, wie sich das Bionic Learning Network ein fester Bestandteil in unsere Innovationsprozesse integriert. Im Verbund mit unterschiedlichsten Partnern liefern uns natürliche Prinzipien neue Impulse für technische Applikationen und die Industrie von morgen. Der Bionische Handling-Assistent ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA).
Both the gripper and the bellows structure of the gripper arm are made of polyamide using the selective laser sintering process (SLS). The generative production method allows engineers to design individual movable system parts that are difficult to achieve with conventional technologies.
At the beginning, the material is in powder form and is applied to a construction platform in thin layers during the production process. Each layer is fused to the underlying layer with a laser and only cured where the program requires it. In cavities, the powder does not harden and can therefore be removed later. This enables individual 3D printing of complex products and designs.