Airbags füllen auf Knopfdruck

Artikel vom 18. Oktober 2013 

Airbags füllen auf Knopfdruck - Airbag-Simulation bei VW

Sie sind im Lenkrad, im Armaturenbrett oder in den Sitzen versteckt und eigentlich möchte sie kein Autofahrer gerne zu Gesicht bekommen: Airbags sorgen seit über 30 Jahren für die Sicherheit der Passagiere im Fahrzeug. Um die Ausmaße und die Wirkung eines Airbags auch ohne Autounfall zeigen zu können, hat Volkswagen einen Golf GTI mit einem Airbag-Demonstrator versehen. Festo entwickelte dazu ein Druckluftsystem, welches auf Knopfdruck die schützenden Luftkissen aufbläst.

Realitätsnahe Simulation

Normalerweise füllen sich Airbags blitzschnell nach einem Aufprall mit Luft – innerhalb von 20 bis 50 Millisekunden. Im Testfahrzeug werden die Airbags etwas langsamer gefüllt, innerhalb von fünf Sekunden. Dadurch wird vermieden, dass der Passagier sich bei der Demonstration erschreckt oder versehentlich verletzt wird. Für den Füllvorgang sind mehrere Druckluftspeicher zuständig, die über eine Ventilinsel und ein Steuerungsmodul angesteuert werden.

Drückt man den Auslöseknopf, füllen sich Kopf-, Front-, Seiten- und Knieairbag mit insgesamt 120 Litern Luft – die Person auf dem Fahrersitz kann so die schützende Wirkung der Luftkissen erleben. Anschließend saugt die Anlage die Luft wieder aus den Airbags ab und diese werden gegen neue ausgetauscht. Ein Kompressor füllt die Druckluftspeicher und der Demonstrator ist für den nächsten Einsatz bereit.

Komplettsystem entwickelt

Die Ingenieure bei Festo haben ein komplettes System entwickelt, das auch einen Schaltschrank, die Steuerungssoftware und ein Display für die Visualisierung beinhaltet. Die gesamte Technik inklusive der Vakuumpumpe und des Kompressors für das Füllen der Druckluftspeicher ist im Kofferraum des Golfs untergebracht. Für die Sicherheit des „Fahrers“ sorgen verschiedene Sensoren, die den Betrieb der Anlage und die Person überwachen, sowie ein Not-Aus-Schalter, mit dem die Demonstration sofort gestoppt werden kann.

Erstmals wurde dieses Sonderfahrzeug im Juni auf dem Tag der offenen Tür von Volkswagen präsentiert; im August kam es auf der IdeenExpo in Hannover zum Einsatz – einer Messe für junge Menschen, die sich für Technik und Wissenschaft begeistern.