Sound Machines 2.0: Pneumatik und Elektrik im Duett

Artikel vom 21. Dezember 2012 

Künstlerische Mensch-Maschine-Interaktion: Zukunftsweisende Konzepte für die Automatisierung

Musik gehört zur Weihnachtszeit wie Plätzchen und Punsch. Auch bei Festo wird musiziert, zum Beispiel mit den Soundmachines. Pneumatikzylinder bringen Saiten zum Schwingen, elektrische Antriebe bestimmen die Harmonie.

Die Sound Machines 2.0 bestehen aus fünf selbstspielenden Musikinstrumenten, die zusammen eine intelligente, robotergesteuerte Klanginstallation ergeben. Sie nehmen jede beliebige zuvor per Hand eingespielte Melodie auf, verwenden diese zum Komponieren eines neuen Musikstücks und spielen dann live die Komposition.

Elektrisch-pneumatische Koproduktion

Die Instrumente – ein Kontrabass, ein Violoncello, eine Bratsche und zwei Geigen – sind freischwebend aufgehängt, um eine hohe Klangqualität zu gewährleisten. Sie funktionieren wie richtige Saiteninstrumente, allerdings mit jeweils nur einer Saite. Wie der Bogen bei einem richtigen Streicher, bewegt ein Pneumatikzylinder ein Hämmerchen, das die Saite zum Schwingen bringt. Entlang der Saite fährt ein elektrischer Antrieb, der wie die linke Hand eines Musikers die Tonhöhe bestimmt. Gesteuert wird das Quintett von der Automatisierungsplattform CPX. Durch das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten entsteht ein intelligentes Gesamtsystem, das auf die gespielte Melodie eingeht und Lösungsvarianten zum gegebenen Impuls liefert.

Mensch-Technik-Interaktion

Die Instrumente reagieren dabei nach hinterlegten Kompositionsregeln auf jede vorgespielte Melodie und interpretieren diese neu. Dabei sind die einzelnen Klangroboter so miteinander vernetzt, dass sie sich gegenseitig zuhören können. Es entstehen fortlaufend neue Variationen, die sich vom ursprünglichen Thema differenzieren, aber das Wesentliche der Komposition beibehalten. Der Mensch bestimmt durch Eingabe einer Melodie die Ausgangslage für die weitere Interaktion zwischen ihm und der Maschine, und gibt damit den Anstoß für den nachfolgenden Prozess.

Zukunftsmusik

Die in Zusammenarbeit mit dem Künstler Roland Olbeter realisierten Sound Machines 2.0 veranschaulichen die Idee, dass in der Fabrik der Zukunft dezentrale Komponenten zu selbststeuernden, mechatronischen Gesamtsystemen vernetzt sind. Sie können eigene, autonome Verhaltensmuster in der Gruppe entwickeln und einzelne Entscheidungen selber treffen. Hören Sie selbst.