Energieeffizienz geplant und gelebt

Energieeffizienz geplant und gelebt

Gebäude und Produktionsprozesse sind energetisch vernetzt 

Die Gebäude auf dem Fabrikgelände Scharnhausen mit rund 66.000 Quadratmetern Nutzfläche und 1.200 Mitarbeitern wollen mit Energie versorgt sein. Um den Energieverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren, gingen die Experten von Festo innovative Wege in der Fabrik- und Gebäudeplanung.

Energiemanagement: alles ist vernetzt

Energiemanagement: alles ist vernetzt

Das energetische Zusammenspiel zwischen Gebäudeausstattung und Produktionssystemen ist in der Technologiefabrik ausgewogen. In der umfassenden Planungsphase waren alle beteiligten Fachbereiche eng verzahnt. Die Energieflüsse wurden genau analysiert und Konzepte für eine energetische Vernetzung von Produktion und Gebäude entwickelt. Forscher der Technischen Universität Braunschweig unterstützten den Prozess, indem sie Lebenszyklus- und Wirtschaftlichkeitsanalysen durchführten. Das Ergebnis sind niedrigere Verbräuche, weniger Kosten und geringere Emissionen.

Maßnahmen zum Energiesparen

Die Galvanik schlägt als Einzelanlage energetisch am meisten zu Buche. Die Oberflächen von Bauteilen werden dort elektrolytisch veredelt. Die Planer entschieden sich bewusst für die Integration dieses Verfahrens in die Fabrik. Eine ausgeklügelte Isolierung der Becken spart heute pro Stunde rund 15.000 Kubikmeter Abluft ein; die Belüftungsanlage ist mit einem Wärmetauscher zur Energierückgewinnung ausgestattet.

Ein weiterer großer Energieverbraucher ist die Drucklufterzeugung. Daher wurden die Druckniveaus der unterschiedlichen Netze am Standort von acht auf sechs bzw. 18 auf 13 Bar gesenkt – eine nachhaltige Maßnahme, denn schon ein einziges Bar weniger Druck spart fünf Prozent Energie ein.

Gebäudetechnik: flexible Infrastruktur

Gebäudetechnik: flexible Infrastruktur

Alle Versorgungsanlagen wie Blockheizkraftwerke, Heizkessel, Kältemaschinen, Pumpenstationen oder die Druckluftzentrale sind in einem separaten Gebäude untergebracht. Von dieser Technikzentrale werden Wärme, Kälte, Kühlwasser und Druckluft in die Produktionsebenen geleitet. Rohrleitungstrassen bilden ein durchgängiges Versorgungsnetz. Produktionsaufbauten können so jederzeit flexibel umgestaltet werden – ohne Änderungen an der Gebäudeinfrastruktur.

Zentrales Gebäudeleitsystem

Für den sicheren Betrieb der Gebäude werden kontinuierlich sämtliche Verbrauchsdaten sowie die korrekte Funktion der einzelnen Anlagen erfasst. Die Daten fließen in einem zentralen Gebäudeleitsystem zusammen. Von dort werden die Anlagen automatisch gesteuert. Eventuelle Störungen können dadurch in Echtzeit am Rechner oder Tablet abgelesen und bei Bedarf eingegriffen werden.

Ressourceneffizienz stand bei der Fabrikplanung im Vordergrund. So wird die Abwärme der beiden Blockheizkraftwerke ebenso genutzt wie die der Produktionsmaschinen – zum Heizen und zur Wassererwärmung. Ein Regenwasserreservoir von 70.000 Litern versorgt die sanitären Anlagen und die Bewässerung der Grünflächen.