Salzige Dusche

Artikel vom 24. November 2017 

Salzsprühkammer

Schnee und Glatteis machen das Autofahren im Winter teilweise zur Rutschpartie. Streusalze sorgen zwar für etwas sicherere Straßen, sind aber nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Metallteile am Auto schädlich. Das Salz greift das Metall der Karosserie an, führt zu Blasen im Lack und schließlich zum Abblättern und Korrosion. Wie beständig ein Material gegen Korrosion ist, kann in standardisierten Prüfprozessen, beispielsweise in der Salzsprühkammer, getestet werden.

In der Automobilindustrie sind Salzsprühnebeltests gängig und die gebräuchlichste Art, um Lacke und andere Beschichtungen zu testen. Aber auch Komponenten in der Automatisierungstechnik müssen den Test bestehen. Im Bereich der Technik versteht man unter Korrosion eine meist elektrochemische Reaktion eines metallischen Werkstoffes mit seiner Umgebung. Diese Reaktion kann die Eigenschaften des Werkstoffs und die Funktion des daraus hergestellten Bauteils beeinträchtigen.

Rost ist nicht gleich Rost

Irgendwann rostet fast jedes Material. Das bekannteste Korrosionsprodukt ist der Rotrost. Dieser bildet sich aus Eisen oder Stahl durch Oxidation mit Sauerstoff in feuchter Umgebung. Weißrost ist das Korrosionsprodukt des Zinks.

Festo prüft neue Beschichtungen in der Salzsprühkammer

Die Oberflächen von Komponenten und neuen Beschichtungsarten testet Festo unter anderem in der Salzsprühkammer. Dort hängen die Teile an dünnen Haken und werden oft tagelang mit einem Salznebel besprüht. Dieser ist viel salziger als Meeresluft und kann so innerhalb kürzester Zeit eine ähnliche Belastung wie ein jahrelanger Einsatz in feuchter, salzhaltiger Umgebung nachstellen. Im Anschluss bewerten Materialexperten die Korrosion.

Verschiedenste Komponenten und Bauteile werden dem Salzsprühtest unterzogen.
Verschiedenste Komponenten und Bauteile werden dem Salzsprühtest unterzogen.

Unterschiedliche Korrosionsklassen

Da die Komponenten von Festo je nach Anwendungsfall sehr rauen oder milden Umweltbedingungen ausgesetzt sind, gibt es verschiedene Korrosionsklassen. Beispielsweise müssen Bauteile, die in Kläranlagen eingesetzt werden, die Korrosionsklasse 3 (die zweithöchste) haben. Das heißt, sie überstehen fünf Tage in der Salzsprühkammer ohne Auftreten von Korrosion. Um die Korrosionsklasse 4 zu erhalten, müssen die Bauteile sogar zehn Tage im Salznebel ohne Korrosion überstehen.

Um das Bauteil zuverlässig zu schützen, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten: Metallische Überzüge, zum Beispiel aus Zink, können Stahlbauteile schützen. Ein anderes Beispiel sind anorganische Beschichtungen wie Nasslacke und Pulverlacke.

Der Salzsprühtest zeigt die unterschiedliche Qualität des Überzugs: Die Teile waren alle gleich lange in der Salzsprühkammer, haben die „gleiche“ Beschichtung, sind aber von unterschiedlichen Lieferanten.
Der Salzsprühtest zeigt die unterschiedliche Qualität des Überzugs: Die Teile waren alle gleich lange in der Salzsprühkammer, haben die „gleiche“ Beschichtung, sind aber von unterschiedlichen Lieferanten.