Sauberes und weiches Wasser

Artikel vom 31. August 2018  

Aufbereitung des Trinkwassers mit pneumatischen Antrieben

Trinken, Kochen, Waschen und Vieles mehr – Wasser ist aus dem Leben nicht wegzudenken. Damit mit einem Dreh frisches und sauberes Nass aus dem Hahn kommt, werden See-, Fluss- und Grundwasser entnommen und in Wasserwerken aufbereitet. Pneumatische Antriebe unterstützen beim Reinigen und Entkalken.

Einfach den Wasserhahn aufdrehen und so viel qualitativ hochwertiges Wasser zur Verfügung haben, wie man benötigt – in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Bevor das Grundwasser in Trinkwasserqualität zu Hause durch den Hahn fließt, muss es allerdings in Wasserwerken aufbereitet werden.

In Deutschland gibt es etwa 6.000 Wasserwerke, eines davon ist das Werk Langenau. Es versorgt 250 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg mit jährlich rund 90 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Es kommt aus dem Donauried, einem der größten Grundwasserbecken Deutschlands. Zunächst wird es an 204 Brunnen entnommen und anschließend ins Wasserwerk geleitet.

Wasserwerk Langenau: Aufbereitung des Trinkwassers mit pneumatischen Antrieben
Langenau versorgt als eines der größten Wasserwerke Europas drei Millionen Menschen mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser.

Entcarbonisierung und Filtration des Grundwassers

Im Wasserwerk angekommen durchläuft das Grundwasser eine Entcarbonisierungsanlage. Dort wird der zu hohe Kalkgehalt reduziert, der sonst zu unerwünschten Ablagerungsprozessen in Leitungen, Haushaltsgeräten und Industrieanlagen führen würde. Die Anlage besteht aus sieben Reaktoren, die zehn Meter hoch sind und einen Durchmesser von vier Metern haben. Das Wasser wird mit Kalkwasser und Kalkkörnern versetzt, an die sich der Kalk anlagert. Haben die Körner ein bestimmtes Gewicht erreicht, sinken sie nach unten. Das „weiche“ Wasser mit deutlich reduziertem Kalkgehalt fließt ab. Auch die zurückbleibenden Kalkpellets können weiterverwendet werden – unter anderem in der Glas-, Tierfuttermittel- und Kunststoffindustrie.

Die Entcarbonisierungsanlage im Wasserwerk Langenau
Die Entcarbonisierungsanlage im Wasserwerk Langenau entzieht dem Wasser Kalk und senkt so die Wasserhärte.

Nach dem Entcarbonisieren folgt die Filtration des Grundwassers, um organische Trüb- und Schwebstoffe zu entfernen. Das Wasser wird in sieben Filterbecken geleitet. Dort sorgen Mehrschichtfilter aus Sand- und Aktivkohleschichten für eine gründliche Reinigung. Im Anschluss fließt das Wasser über ein 775 Kilometer langes Leitungsnetz in die Städte und Gemeinden.

Steuerung der Anlagenklappen mit pneumatischen Antrieben

Pneumatische Schwenkantriebe unterstützen sowohl das Entcarbonisieren als auch die Filtration. In der Entcarbonisierungsanlage treiben sie die Klappen an, die den Zu- und Abfluss des Wassers steuern. Bei den Filterbecken unterstützen sie die Reinigung: Von Zeit zu Zeit müssen die Becken von Schmutzpartikeln befreit werden. Dazu werden sie mit Frischwasser und Luft durchspült. Die Antriebe bewegen die Absperrklappen, die während der Spülung den weiteren Zulauf von Grundwasser verhindern.

 Schwenkantriebe DAPS von Festo
DAPS Schwenkantriebe von Festo tragen im Wasserwerk zu stabilen Prozessen bei.

Die Schwenkantriebe bestehen aus zwei Kolben und einer Welle. Sie werden durch ein Ventil oder eine Ventilinsel angesteuert. Öffnet sich das Ventil, kommt Luft in die Antriebe und die Kolben bewegen die Welle. Die angeschraubten Absperrklappen nehmen die Bewegung der Welle auf und die Klappen öffnen sich. Wird die Luft wieder entnommen, vermindert sich die Bewegung und die Klappen schließen sich. Der Drehwinkel der Absperrklappen beträgt zwischen O°, bei komplett geschlossenem, und 90 ° bei komplett geöffnetem Ventil.

Vorteil der pneumatischen Antriebstechnik ist, dass sie sehr sauber ist – im Umgang mit Trinkwasser unerlässlich. Außerdem sind die Antriebe zuverlässig und sehr lange einsatzfähig. Das ist im Wasserwerk äußerst wichtig, denn die Laufzeit der Anlagen in Langenau bemisst sich auf mehrere Jahrzehnte. So kann gewährleistet werden, dass in Baden-Württemberg der Nachschub an qualitativ hochwertigem Trinkwasser nicht ausgeht.