Schnell zur schicken Klamotte

Artikel vom 29. November 2019 

Automatisierungstechnik in der Textilfertigung

Garn spinnen, Stoff weben, Textilien zusammennähen und mit Knopflöchern und Ziernähten versehen: Bevor Hemd, Bluse, Kleid und Co. im Laden an der Stange hängen, sind sehr viele komplexe und arbeitsintensive Schritte nötig. Automatisierungstechnik unterstützt dabei, Kleidung schnell und mit hoher Qualität herzustellen.

Vorderseite, Rückseite, Ärmel, Kragen und vieles mehr: Kleidungsstücke bestehen häufig aus über 20 verschiedenen Einzelteilen. Von der Herstellung des Garns bis zum Annähen des letzten Knopfes erfolgen zahlreiche komplexe und aufwendige Produktionsschritte – viele noch in Handarbeit. Mit Unterstützung von Automatisierungstechnik lassen sich der Herstellungsprozess beschleunigen und eine hohe Qualität erzielen. Das ist sehr wichtig, da die Preise für Textilien immer weiter fallen, die Kunden aber hochwertige Kleidung erwarten. Dadurch erhöht sich der Wettbewerbsdruck für die Hersteller enorm.

Automatisierungstechnik unterstützt die Textilarbeiter

Wo die Textilarbeiter vor 200 Jahren noch lose Wolle manuell in eine Spindel einführen und das Spinnrad mit der exakt richtigen Spannung und Geschwindigkeit drehen mussten, kommen heute zum Beispiel vollautomatische Luftspinnmaschinen zum Einsatz. Beim Luftspinnen, auch Airjetspinnen genannt, wird komprimierte Luft eingesetzt. Das Spinnverfahren erzeugt einen Mantel aus gedrehten Fasern, der einen Faserkern fest umschließt. Dadurch ist das Garn sehr formstabil und hat eine gleichmäßige Oberfläche.

Auch bei der Fertigung von Knopflöchern unterstützt die Automatisierungstechnik die Textilarbeiter. Sie können die Form und Länge über ein Bedienpanel an der Maschine einstellen, wodurch der langwierige Ausmessprozess entfällt. Anschließend müssen die Arbeiter nur noch den Stoff führen und der Automat näht die passende Form auf ein Kleidungsstück, durchtrennt den Stoff zwischen den beiden Nähten – und fertig ist das Knopfloch.

Der Augenknopflochautomat 581 der Firma Dürkopp Adler ist mit knapp vier Sekunden pro Knopfloch weltweit der schnellste seiner Art. Im Einsatz: VUVG Magnetventile von Festo.
Der Augenknopflochautomat 581 der Firma Dürkopp Adler ist mit knapp vier Sekunden pro Knopfloch weltweit der schnellste seiner Art. Im Einsatz: VUVG Magnetventile von Festo.

Robuste und präzise arbeitende Komponenten gefragt

Der Großteil der Textilindustrie ist in Asien, insbesondere in den tropischen Ländern, angesiedelt. Da das Klima dort feuchtwarm und die Umgebung häufig staubig ist, sind in den Maschinen robuste Bauteile gefragt. Vor allem pneumatische Komponenten sind sehr langlebig und trotzen Umwelteinflüssen, wie Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen.

Beim Verarbeiten der Kleidung ist außerdem Präzision sehr wichtig, um lose Nähte oder schiefe Knopflöcher zu vermeiden. Auch hier kann die Pneumatik punkten. Durch ihre hohe Energiedichte ist sie schnell und dennoch sehr exakt.

Das Kernprogramm von Festo

In seinem Kernprogramm bietet Festo zahlreiche pneumatische Komponenten für den Einsatz in der Textilindustrie. Die insgesamt 2.200 Teile decken die gesamten Ebenen der pneumatischen und elektrischen Steuerkette ab – von der Druckluftaufbereitung über Ventile, Zylinder bis zum Zubehör wie passende Schläuche und Verschraubungen.

Neben der Lieferung der Standardkomponenten fordern Serienmaschinenbauer oftmals auch komplette Einheiten, bei denen bereits mehrere Komponenten vormontiert sind. Auf diese Weise können sie sich stärker auf die Weiterentwicklung ihrer Maschinentechnologie konzentrieren. Auch darum kümmert sich Festo – damit die Automatisierungstechnik in Zukunft noch mehr unterstützen kann.