Pharmazeutische Zusatzstoffe vollautomatisch verpacken

Artikel vom 31. Juli 2020 

Burgener AG

Medikamente bestehen neben dem Wirkstoff auch immer aus einem oder mehreren pharmazeutischen Zusatzstoffen. Für den Transport gilt es, den Stoff schnell und hygienisch zu verpacken. Möglich macht es eine vollautomatische Dosier- und Verpackungslinie der Burgener AG mit Komponenten von Festo. Wichtig dabei: Die Prozess-, Umwelt- und Betreibersicherheit der Maschine.

Pharmazeutische Zusatzstoffe spielen bei der Herstellung von Medikamenten eine große Rolle. Die Stoffe transportieren den eigentlichen Wirkstoff, der oft nur aus einigen Milligramm besteht, und geben den Arzneimitteln die Form. Außerdem sorgen sie unter anderem für den Geschmack, die Haltbarkeit und die Wirkstofffreisetzung des Medikaments.

Um die pulverförmigen Zusatzstoffe von A nach B zu transportieren, müssen sie unter hygienisch sicheren Bedingungen luftdicht in Boxen verpackt werden. Die vollautomatische Dosier- und Verpackungslinie der Burgener AG schafft durch die Verkettung der einzelnen Dosier- und Verpackungsstationen eine schnelle Durchlaufzeit von ein bis zwei Gebinden pro Minute.

Transport in Kunststoffbeutel und Box

An der ersten Station wird der pulverförmige pharmazeutische Zusatzstoff zunächst in Boxen abgefüllt. Damit er nicht mit ihnen in Berührung kommt und somit nicht verunreinigt wird, werden sie mit einem Kunststoffbeutel ausgelegt – ein ähnliches Prinzip, wie ein eingelegter Müllbeutel in einem Mülleimer. Hierfür nimmt ein Handlingsystem einen Beutel aus einem Zuführmagazin, bläst ihn auf und stülpt die Ränder über die Seiten der Box. Drucksensoren von Festo sorgen für die richtige Menge an Luft.

Per Fördertechnik erreicht die Box anschließend die Dosierstation. Dort wird die gewünschte Menge an Zusatzstoff in einem zweistufigen Befüllprozess über einen Trichter in den Kunststoffbeutel dosiert.

Die benötigte Luftmenge zum Aufblasen der Beutel wird mit einem Drucksensor von Festo gemessen. Der Drucksensor ist mit IO-Link ausgestattet – einer sicheren Verbindung für analoge, binäre und serielle Kommunikationsgeräte.
Die benötigte Luftmenge zum Aufblasen der Beutel wird mit einem Drucksensor von Festo gemessen. Der Drucksensor ist mit IO-Link ausgestattet – einer sicheren Verbindung für analoge, binäre und serielle Kommunikationsgeräte.

An der nächsten Station entzieht eine Sauglanze dem befüllten Kunststoffbeutel die Restluftmenge, dadurch verringert sich sein Volumen. Greifer und Rundzylinder aus Edelstahl von Festo – die im leicht zu reinigenden Clean Design ausgeführt sind – legen und pressen die oberen Ränder des Kunststoffbeutels exakt aufeinander, damit dieser mittels Impulsschweißen verschlossen werden kann. Nach dem Schweißvorgang führt ein Handlingsystem den Boxen einen Deckel zu und verschließt diese mit entsprechendem Druck. Nun ist der Zusatzstoff transportfähig und bereit für den Versand zum Medikamentenhersteller, wo er mit dem Wirkstoff zum fertigen Arzneimittel verarbeitet wird.

Auf Nummer sicher gehen

Bei einer so komplexen Anlage darf die Maschinensicherheit nicht außer Acht gelassen werden. Die einzelnen Anlagenmodule sind mit Wartungsgeräten ausgestattet, die mit dem Sicherheitsventil MS6-SV von Festo ausgestattet sind. Sie bieten Schutz für Mensch und Maschine, indem sie bei einem plötzlichen Not-Halt sicherheitskritische Anlagenteile schnellstmöglich entlüften, energielos schalten und damit in einen sicheren Zustand bringen. Die Sicherheitsventile verfügen zudem über eine integrierte Druckaufbaufunktion, mit deren Hilfe Anlagen in kontrollierter und sicherer Weise auch wieder aus dem energielosen Zustand angefahren werden können.

Sicherheit geht vor: Mit dem Sicherheitsventil Ms6-SV werden bei einem plötzlichen Not-Halt sicherheitskritische Anlagenteile schnellstmöglich abgeschaltet.
Sicherheit geht vor: Mit dem Sicherheitsventil Ms6-SV werden bei einem plötzlichen Not-Halt sicherheitskritische Anlagenteile schnellstmöglich abgeschaltet.