Schlaue App: Instandhaltung mit Smartenance

Artikel vom 24. September 2021 

Smartenance

Bei Festo nutzt die Instandhaltung im Werk Rohrbach schon seit drei Jahren die eigenentwickelte App Smartenance und hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht: Die Wartungen laufen deutlich schneller und reibungsloser ab als vorher. Auch im Festo Werk in Scharnhausen ist Smartenance seit mehreren Jahren im Einsatz. Dort arbeitet das Entwicklungsteam gerade an der nächsten Stufe: Einer bedarfsorientierten Wartung.

Seit 2018 ist in den Werken Rohrbach und Scharnhausen die Instandhaltungs-App „Smartenance“ produktiv im Einsatz. Was damals als Pilotprojekt an wenigen Maschinen begann, ist mittlerweile eine Erfolgsgeschichte: Insgesamt sind heute in Scharnhausen rund 550 Anlagen angebunden, am Standort Rohrbach sind es 434 Anlagen.

Die Vorteile: Die Anlagenbetreiber können sehr einfach Störmeldungen oder Wartungsbedarf in Smartenance eingeben und zusätzlich Fotos hinterlegen. Die Meldungen werden aus der App ins SAP-System eingespielt, das die Instandhalter benachrichtigt.

Instandhaltung behält den Überblick

Mit dieser Methode können die Maschinen viel einfacher als bisher vorausschauend gewartet werden und die Instandhaltung behält den Überblick. Man kann von überall an jeder Maschine sehen, ob die Wartung erledigt ist, oder wenn nicht, warum nicht – egal, wer sie durchführt. Zusätzlich erinnert Smartenance an bevorstehende Wartungen, sodass diese im Betrieb besser planbar sind, zum Beispiel in einem Zeitraum, in dem die Anlage ohnehin steht.

Die Instandhalter können von überall im Werk auf Smartenance zugreifen.
Die Instandhalter können von überall im Werk auf Smartenance zugreifen.

Praktisch ist auch eine direkte Anbindung an SAP. Die tiefen Einblicke in die Instandhaltungsprozesse sind für die Entwickler sehr wertvoll. Die App hat sich in den vergangenen beiden Jahren stark weiterentwickelt. Sie war ursprünglich gar nicht für solche großen Werke gedacht. Die Kollegen aus Rohrbach und Scharnhausen haben deshalb eng mit den Entwicklern von Festo zusammengearbeitet und die Software gemeinsam auf den heutigen Funktionsumfang gebracht. Mittlerweile ist Smartenance auch an den Produktionsstandorten in Ungarn, Bulgarien, der Türkei, Korea, China und in der Schweiz im Einsatz.

Nächste Stufe: Die bedarfsorientierte Wartung

In der nächsten Entwicklungsstufe ist eine bedarfsorientierte Wartung mit Smartenance vorgesehen. Die Anlage meldet ihren Wartungsbedarf dabei selbständig an die Betreiber, die von ihr Nachrichten erhalten wie: „Fettfilter fast voll – Wartung in Kürze notwendig!“

Bisher sind Wartungsintervalle genau festgelegt: Nach einer bestimmten Zeit ist eine Aktion fällig. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass zum Beispiel ein Filter getauscht wird, obwohl er noch gar nicht voll ist – einfach, weil sein Austausch standardmäßig nach 24 Stunden erfolgen muss, egal, wie viel die Anlage in dieser Zeit genutzt wurde.

Wartungsbedarf erschließt sich nach tatsächlicher Nutzung

Über Sensoren erkennt die Anlage zukünftig, wie viele Produkte in einem bestimmten Zeitraum darüber gelaufen sind und erschließt daraus, wann eine Wartung notwendig ist. Der Vorgang wird automatisch ausgelöst und der Betreiber muss nicht selbst die Anlage überwachen und Zustände mitschreiben – das bedeutet für ihn weniger Zeitaufwand. Stattdessen bekommt er die Meldungen direkt von der Maschine auf sein Tablet mit der Smartenance-App, ohne Umwege über ein anderes System wie E-Mail. Auf diese Weise werden der bestehende Wartungsprozess komplett automatisiert und Industrie 4.0 perfekt umgesetzt.