25.03.2015

Vernetzte Technologien in der Fabrik der Zukunft

Vernetzte Technologien in der Fabrik der Zukunft

Online-Pressekonferenz von Festo zur Hannover Messe 2015
Festo gab im Rahmen der Online-Pressekonferenz bereits einen Vorgeschmack auf die Highlights, die die Besucher auf der Messe erwarten

"Integrated Industry – Join the Network!" lautet das Motto der Hannover Messe 2015. Festo gab im Rahmen der Online-Pressekonferenz am 25. März 2015 bereits einen Vorgeschmack auf die Highlights, die die Besucherinnen und Besucher auf der Messe erwarten: von der Bedeutung des Partnerlandes Indien bis zur Qualifizierung der Mitarbeiter für zukünftige Produktionssysteme, über neue Technologien für die Fabrik der Zukunft bis hin zu aktuellen Projekten des Bionic Learning Networks.

 

Industrie 4.0 bringt eine Reihe von Herausforderungen mit sich – seien es die Suche nach dem Geschäftsmodell der Zukunft, der Aspekt des Datenschutzes oder allgemein gültige Standards für die Kommunikation zwischen Maschinen. Die zunehmende und zügige Vernetzung auf der technologischen und der organisatorischen Ebene wird ausschlaggebend sein, um effizientere Wertschöpfungsketten und Produktlebenszyklen in zukünftigen Geschäftsmodellen zu verwirklichen. Festo betrachtet den Wandel in der Produktion aus unterschiedlichen Perspektiven – im Fokus stehen dabei neben der Entwicklung neuer Technologien auch die technische Bildung unter den Anforderungen der Industrie 4.0.

 

Partnerland Indien: Festo ist Partner für die Wirtschaft und Aus- und Weiterbildung

Festo Indien trägt einen wichtigen Teil zum Erfolg des Familienunternehmens Festo und der Entwicklung in der Region bei. Das bestätigt auch Rashmikant Joshi, Geschäftsführer von Festo Indien: „Die Größe der indischen Volkswirtschaft, die Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung und das vergleichsweise hohe wirtschaftliche Wachstum machen den Subkontinent Indien zu einem wichtigen Markt der Zukunft. Allein im letzten Jahr ist Festo trotz verhaltener Prognosen für die indische Wirtschaft um 12 Prozent gewachsen." Seit rund 50 Jahren ist Festo Partner der indischen Industrie, die verstärkt auf Automatisierungstechnik setzt und zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften der Welt zählt. Das Global Production Centre Bangalore produziert rund 2.000 unterschiedliche Produkte und Komponenten. Mehr als 80 Prozent der Produktion erfolgt für den lokalen indischen Markt. Damit ist Indien für Festo, aber auch für die weltweite Wirtschaft ein wichtiger Faktor und 2015 Partnerland der Hannover Messe.

 

Qualifikation 4.0: Ausbildung für die Produktion der Zukunft

Für Länder mit hohem Industrieanteil ist die vierte Phase der Industrialisierung eine große Herausforderung. Die Ausbildung für den Umgang mit den neuen Technologien und die Entwicklung von digitalen Netzwerken in der Produktion, im Vertrieb und weiteren Bereichen werden in den kommenden Jahren entscheidende Faktoren für die Unternehmen sein.

Festo Didactic ist Weltmarktführer in der technischen Bildung und bietet Unternehmen und Hochschulen weltweit ganzheitliche Lösungen zur Aus- und Weiterbildung für die Industrie 4.0 an.

 

SupraMotion 3.0: Automatisierungsmodule für schwebende Bewegungen

Seit mehreren Jahren erforscht Festo mit seinen Future Concepts zur Supraleitung neue, Erfolg versprechende Wege für innovative Anwendungskonzepte und zeigt auf der Hannover Messe drei neue Projekte. „Wir zeigen mittlerweile nicht mehr nur beeindruckende Schwebeeffekte und die Möglichkeiten der Supraleiter-Technologie, sondern diskutieren aktiv mit der Automatisierungsbranche über ihre Potentiale. Derzeit arbeiten wir daran, erste Pilotprojekte auf den Weg bringen", sagt Georg Berner, Leiter Strategische Unternehmensentwicklung Konzern-Holding bei Festo.

 

SupraCycle - berührungslose Übergabe

Das SupraCycle zeigt erstmals die aktive Übergabe eines schwebenden Permanentmagneten von einem Supraleiter-Automatisierungsmodul zu einem anderen. Zwei magnetische Objektträger werden jeweils mit einem Schwebeabstand von einigen Millimetern zu drei Kryostaten mit Supraleitern eingefroren und anschließend reihum von einem Kryostat auf den nächsten übergeben.

 

SupraHelix - rotierende Förderwelle

Beim Exponat SupraHelix sind zwei Kryostate nebeneinander auf einem Schwenkantrieb angebracht. Unter ihre Sprungtemperatur gekühlt bringen sie eine darunter hängende Welle mit integrierten Permanentmagneten in einem Abstand von acht Millimetern zum Schweben. Mit Hilfe des Schwenkantriebs wird die Welle in eine Neigung von 40 Grad gebracht. Ein integrierter permanenterregter Schrittmotor versetzt sie berührungslos in eine Drehbewegung, so dass sie über ihr Gewinde einzelne Metallringe nach oben transportieren kann. So können ringförmige Werkstücke von einer Bearbeitungsstation zur nächsten transportiert werden.

 

SupraCarrier – Lagern und Bewegen auf schwebenden Walzen

Mit dem SupraCarrier wird Lagern und Bewegen auf Walzen möglich. Diese schweben über zwei Kryostaten mit Supraleitern, welche auf einer elektrischen Achse montiert sind. Auf den Walzen liegt ein flacher Werkstückträger. Zwischen den Supraleiterelementen und den schwebenden Walzen befindet sich eine Abdeckung mit Öffnungen, durch die die Walzen durch Absenken der Kryostate verschwinden; der Werkstückträger liegt dann auf der Abdeckung auf. Mit solchen schwebenden Transportwalzen können flache, nicht ferromagnetische Produkte in beliebiger Größe bewegt werden.

 

Vernetzte Technologien zeigen neue Wege auf – Bionic Learning Network 2015

Im Bionic Learning Network, dem Verbund von Festo mit Hochschulen, Instituten und Entwicklungsfirmen, haben Ingenieure technische Konzepte und industrielle Anwendungen nach dem Vorbild der Natur erforscht und weiterentwickelt – dies zur Hannover Messe 2015 insbesondere in Hinblick auf das Mottos „Join the Network!". Die Projekte BionicANTs und eMotionButterflies veranschaulichen, wie die vernetzte Kommunikation einzelner Systeme zu einem intelligenten Gesamtsystem verschmelzen kann. Zum anderen wird mit dem FlexShapeGripper gezeigt, wie ein flexibler und anpassungsfähiger Greifmechanismus der Natur mögliche Einsatzpotentiale gefunden hat.

 

BionicANTs – Kooperatives Verhalten nach natürlichem Vorbild

Für die BionicANTs haben sich die Ingenieure von Festo die filigrane Anatomie der Ameise zum Vorbild genommen und erstmals auch das kooperative Verhalten der Tiere in die Welt der Technik übertragen. „Wie ihre natürlichen Vorbilder arbeiten die BionicANTs nach klaren Regeln zusammen", erläutert Dr.-Ing. Heinrich Frontzek, Leiter Corporate Communication und Future Concepts bei Festo. „Sie kommunizieren miteinander und stimmen ihre Handlungen und Bewegungen aufeinander ab. Jede einzelne Ameise trifft ihre Entscheidungen autonom, ordnet sich dabei aber dem gemeinsamen Ziel unter und trägt so ihren Teil zur Lösung der anstehenden Aufgabe bei." Auf abstrahierte Weise liefert dieses kooperative Verhalten interessante Ansätze für die Fabrik von morgen. Die Grundlage künftiger Produktionssysteme sind intelligente Komponenten, die sich flexibel auf verschiedene Produktionsszenarien einstellen und so Aufträge der übergeordneten Steuerungsebene übernehmen.

 

 

 

FlexShapeGripper – Greifen nach dem Vorbild der Chamäleonzunge

Seit jeher spielen Greifanwendungen in der Produktion eine zentrale Rolle. In Kooperation mit der Universität Oslo präsentiert Festo nun einen Greifer, dessen Wirkprinzip von der Zunge des Chamäleons abgeleitet ist. „Das Besondere am FlexShapeGripper ist, dass er mehrere Objekte mit unterschiedlichsten Formen in einem Vorgang greifen, sammeln und wieder abgeben kann – ohne einen manuellen Umbau", erklärt Frontzek. Diese inhärente Anpassungsfähigkeit an verschiedene Formen verleiht dem Greifer seinen Namen. Möglich wird sie durch eine wassergefüllte Silikonkappe, die sich flexibel und formschlüssig über das jeweilige Greifgut stülpt. Zukünftig könnte der FlexShapeGripper überall dort eingesetzt werden, wo mehrere Gegenstände mit unterschiedlichen Formen gleichzeitig gehandhabt werden, beispielsweise in der Servicerobotik, bei Montageaufgaben oder beim Handling von Kleinteilen.

 

eMotionButterflies – Ultraleichte Flugobjekte mit kollektivem Verhalten

Die von Festo entwickelten eMotionButterflies veranschaulichen komplexe Themen der zukünftigen Produktionswelt wie Funktionsintegration, Ultraleichtbau und die vernetzte und in Echtzeit optimierte Kommunikation einzelner Systeme. Inwieweit virtuelle und reale Welten zusammen wachsen können, wird bei den ästhetisch wirkenden bionischen Schmetterlingen deutlich. Die Koordination der einzelnen Flugobjekte ist durch ein externes und gut vernetztes Leit- und Monitoringsystem autonom und sicher möglich. Durch die eingesetzte Kommunikations- und Sensortechnologie, die ein Indoor GPS-System darstellt, sind die Schmetterlinge zu kollisionsfreiem und kollektivem Verhalten fähig. Die Kombination aus integrierter Elektronik und ausgelagerter Kamera-Technik und Leitrechner ermöglicht Prozessstabilität durch ein intelligentes Leit-und Monitoringsystem.

 

 

Weitere Informationen sind ab dem 26. März verfügbar unter www.festo.com/bionik

 

Festo auf der Hannover Messe 2015

Vom 13. bis 17. April 2015 zeigt Festo auf dem Hauptstand in Halle 15, Stand D07 neben Produktneuheiten für die Fabrik- und Prozessautomatisierung auch das Multi-Carrier-System, eine frei konfigurierbare Transport-Systemlösung, und das Forschungsprojekt OPAK, welches sich mit effizienten Engineering-Prozessen beschäftigt. Die diesjährigen Bionik-Projekte und Future Concepts werden ebenfalls vor Ort zu sehen sein. Der Geschäftsbereich Didactic für die industrielle Aus- und Weiterbildung ist vertreten, unter anderem mit der Transfer Factory.

Ansprechpartner:

Gabriele Goebel-Heise

+49(711)347-52222


Festo Media Service

 
 

Fotos

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Festo Pressebild OPK2015_Partnerland Indien Rashmikant Joshi, General Manager Festo Indien: "Seit rund 50 Jahren ist Festo Partner der indischen Industrie, die verstärkt auf Automatisierungstechnik setzt." (Fotos: Festo AG & Co. KG)
Festo Pressebild OPK2015_Qualifikation 4.0 Dr. Daniel Boese: "Die MPS® Transfer Factory wird weltweit von Industrieunternehmen, Universitäten und Fachhochschulen als Lehr- und Forschungsplattform für die Produktions- und Automatisierungstechnik eingesetzt." (Fotos: Festo AG & Co. KG)
Festo Pressebild OPK2015_SupraCycle "Eine mögliche Anwendung, die sich aus dem SupraCycle ableiten lässt, ist die berührungslose Übergabe des Objektträgers zwischen zwei Systemen", erklärt Georg Berner, Leiter Strategische Unternehmensentwicklung Konzern-Holding (Fotos: Festo AG & Co. KG)
Festo Pressebild OPK2015_BionicANTs Hochintegrierte Einzelsysteme zur Lösung einer gemeinsamen Aufgabe: Auf abstrahierte Art und Weise liefert dieses kooperative Verhalten interessante Ansätze für die Fabrik von morgen. (Fotos: Festo AG & Co. KG)
Festo Pressebild OPK2015_FlexShapeGripper Softes Greifen für unterschiedliche Aufgaben: Der FlexShapeGripper kann mehrere Objekte mit unterschiedlichsten Formen in einem Vorgang greifen, sammeln und wieder abgeben – ohne einen manuellen Umbau. (Fotos: Festo AG & Co. KG)
Festo Pressebild OPK2015_eMotionButterflies Koordiniertes Fliegen dank Indoor-GPS: Mit den eMotionButterflies kombiniert Festo nun den Ultraleichtbau künstlicher Insekten mit dem koordinierten Flugverhalten im Kollektiv.(Fotos: Festo AG & Co. KG)