19.11.2015

Bei Festo ist Industrie 4.0 in der Praxis angekommen

Bei Festo ist Industrie 4.0 in der Praxis angekommen

Im Rahmen des IT-Gipfels in Berlin werden konkrete Anwendungen aus der Industrie vorgestellt und mit Politik, Wirtschaft sowie Verbänden diskutiert.
Festo ist Mitglied der Plattform Industrie 4.0 und hat die Chancen von Industrie 4.0 für die Automatisierungsbranche frühzeitig erkannt.

Festo ist Gründungsmitglied der Plattform Industrie 4.0 und hat die Chancen und Herausforderungen von Industrie 4.0 für die Automatisierungsbranche frühzeitig erkannt. Festo konzentriert sich strategisch auf den 3-Säulen-Ansatz aus neuen Technologien, schritthaltender Aus- und Weiterbildung und dem Menschen im Mittelpunkt. In der neuen Technologiefabrik in Ostfildern-Scharnhausen wurden bereits Industrie 4.0 Potentiale  in die Praxis umgesetzt. Ein Energietransparenzsystem steigert die Effizienz, mindert Emissionen und Energieverluste. Mit der integrierten Lernfabrik wird die bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter auf dem Weg zur Qualifizierung 4.0 sichergestellt. Maximale Flexibilität und Wandlungsfähigkeit bieten die modularen Montagelinien.

 

Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen ist ein wichtiges Zukunftsthema. In der Produktion von morgen werden deshalb Energieeffizienz und Emissionsreduktion eine noch größere Rolle spielen als bereits heute. Das Energietransparenzsystem (ETS) sorgt in der Technologiefabrik Scharnhausen künftig für Transparenz bezüglich der Energieströme und des Energieverbrauchs, indem es das Zusammenspiel zwischen den Verbräuchen in der Produktion und im Gebäude systemisch betrachtet. „Das vernetzte und intelligente Energietransparenzsystem in unserer Technologiefabrik visualisiert aktuelle Verbrauchswerte von der einzelnen Maschine bis zum ganzen Fabrikgebäude auf Tablets und Smartphones. Die Transparenz der Energieverbräuche ist der Schlüssel, um energieeffizient zu produzieren“, erläutert Vorstandsvorsitzender Dr. Eberhard Veit.

 

Das ETS ermöglicht eine systematische und dezentrale Energiedatenerfassung auf Maschinenebene. Dabei wurde auf flexible Architektur mit standardisierten Schnittstellen (OPC UA) gesetzt. Verschiedene App-Ansätze ermöglichen die Visualisierung der Daten auf mobilen Geräten. Dadurch hat der Mitarbeiter dort Zugriff auf die Daten, wo er sie braucht – auf dem Shopfloor. Dadurch werden Mitarbeiter zum Thema Energieeffizienz in ihrem Aufgabenbereich sensibilisiert und Führungskräfte erhalten Transparenz über den Energieverbrauch ihrer Verantwortungsbereiche. Das Energietransparenzsystem leistet damit auch für die Zukunft einen wertvollen Beitrag zur Produktivität und Energieeffizienz der Technologiefabrik Scharnhausen.

 

Open Integrated Factory als Technologieplattform und Lernfabrik

Ein weiteres Beispiel ist die „Open Integrated Factory“, eine Co-Innovation von Festo Didactic, Elster und dem SAP Co-Innovation Lab. Sie verknüpft Produktion und IT zu einem effizienten Fertigungssystem, das sich mit SAP-Technologie (fast) durchgängig selbst steuert. Anlagenteile und -bereiche kommunizieren miteinander und steuern alle Schritte automatisch. Die Plattform „Open Integrated Factory“ basiert auf der cyber-physischen Forschungs- und Lernplattform „CP Factory“ von Festo Didactic. Das Besondere an dieser Plattform: Die Werkstücke der 8,60 Meter langen Produktionsanlage informieren die Maschine darüber, wie sie zu bearbeiten sind. Montiert werden nicht nur zwei völlig unterschiedliche Produkte, sie können auch jeweils in bis zu 16 Varianten hergestellt werden – damit ist die „Open Integrated Factory“ ein eindrucksvolles Beispiel für die flexible Fertigung.

 

Der Mensch in Fokus

Industrie 4.0 bedeutet für Festo aber nicht nur die Entwicklung neuer Technologien, sondern auch den Menschen im Fokus der künftigen Produktionswelt zu sehen und ihn durch Ausbildung und Qualifizierung auf neue Aufgaben vorzubereiten. „Unsere Mitarbeiter sind für die künftigen Herausforderungen motiviert, sensibilisiert und werden laufend entsprechend qualifiziert: Sie sind bereit für die Produktion von morgen“, sagt Dr. Veit. Dazu trägt auch die, in die Fabrik in Scharnhausen integrierte, 220 m² große Lernfabrik bei, in der sich Mitarbeiter qualifizieren und praxisnah und bedarfsorientiert weiterbilden. Pilottrainings, Produktschulungen oder Prozessqualifizierungen sind während des Arbeitsalltags jederzeit möglich – vollkommen flexibel in Bezug auf Dauer, Inhalt oder beteiligte Personen. Auch der effiziente Umgang mit Energie wird den Mitarbeitern hier vermittelt.

 

Hochflexibel, vollautomatisch, wandlungsfähig

Das gleiche Steuerungskonzept wie in der Lernfabrik findet sich in der modernsten Montagelinie der Ventilfertigung wieder, wo kleine, kompakte Magnetventile vollautomatisch montiert werden. Die Anlagen produzieren jeweils über 50 individuelle Varianten unterschiedlicher Baugrößen. Die Produktionszellen sind sowohl in der Hard- als auch in der Software modular gestaltet und untereinander vernetzt. Dabei werden Festo-Produkte zur Herstellung von Festo-Produkten eingesetzt. Die Zellen mit den Montageprozessen der Ventil-Montagelinie sind autark aufgebaut, die Schnittstellen zwischen den Zellen standardisiert. Umbau, Austausch oder Erweiterungen der Zellen sind ohne großen Aufwand möglich. Durch die konsequente Standardisierung können sogar Montagezellen oder -module anderer Hersteller nach Bedarf integriert werden. Die Rüstaufwände sind so optimiert, dass ein fliegender Variantenwechsel erfolgen kann. Somit ist beim Auftragswechsel keine Rüstzeit erforderlich.

 

Die Technologiefabrik Scharnhausen ist nicht nur das Produktionswerk für Festo, sondern stellt auch eine Referenzfabrik dar. Dort werden den Kunden Automatisierungsmöglichkeiten mit Festo-Produkten gezeigt.

 

Die Technologiefabrik in Zahlen

Die Technologiefabrik Scharnhausen ist das Leitwerk von Festo für die Produktion von Ventilen, Ventilinseln und Elektronik und dient gleichzeitig als Referenzfabrik für Kunden. Das Werk verfügt über  66.000 Quadratmeter Gesamtfläche; insgesamt 1.200 Mitarbeiter arbeiten dort. Festo hat in den Ausbau des Standorts insgesamt 70 Millionen Euro investiert.

 

Über Festo

Die Festo Gruppe ist ein weltweit führender Anbieter von Automatisierungstechnik für die Fabrik- und Prozessautomation und Weltmarktführer in der technischen Bildung. Das global ausgerichtete, unabhängige Familienunternehmen mit Hauptsitz in Esslingen a. N. bietet pneumatische und elektrische Antriebstechnik für die Fabrik- und Prozessautomatisierung für über 300.000 Kunden in 200 Branchen weltweit sowie modernste Qualifizierungslösungen für das industrielle Umfeld. Die Festo Gruppe erzielte für das Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 2,45 Mrd. Euro und ist mit rund 17.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 250 Standorten weltweit präsent.

Ansprechpartner:

Sibylle Wirth

+49(711)347-50814


Festo Media Service

 
 

Fotos

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Technologiefabrik_aussen_Nacht.tif Die Technologiefabrik Scharnhausen – Fertigungsstandort von Festo für Ventile, Ventilinseln und Elektronik. (Foto: Festo AG & Co. KG)
Technologiefabrik_Gebaeudetechnik_Ueberwachung.tif Per Tablet können die Experten den sicheren Betrieb der Gebäude und Anlagen überwachen. (Foto: Festo AG & Co. KG)
Technologiefabrik_Lernfabrik_1.tif Praxisnahe und bedarfsorientierte Aus- und Weiterbildung vor Ort ermöglicht die ins Werk integrierte Lernfabrik. (Foto: Festo AG & Co. KG)
Techologiefabrik_VUVGMontageanlage_2.tif Vollautomatische modulare Anlagen montieren die Ventile der VUVG-Reihe in verschiedensten Varianten mit hoher Taktzahl. (Foto: Festo AG & Co. KG)