Elektronik und Elektrotechnik

106 www.festo-didactic.com 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 80 85 90 95 100 dBµV 100k 1M 10M 100M 1G f [Hz] 150k 30M MB 1 MB 2 Lim A Lim B M1 M1 M2 M2 Lim A Lim B EMV-sichere Antriebssysteme Information und Hintergründe Bildlegende: – MB1 (Messbereich 1): 150 kHz – 30 MHz, Messung der leitungsgebundenen Störabstrahlung – MB2 (Messbereich 2): 30 MHz – 1 GHz, Messung der gestrahlten Störabstrahlung – Lim A: Grenzwertlinie nach DIN EN 55011, Klasse A (Industriegeräte) – Lim B: Grenzwertlinie nach DIN EN 55011, Klasse B (Haushalts- und Kleingewerbegeräte) – M1: Störabstrahlung ohne EMV-Maßnahmen – M2: Störabstrahlung mit EMV-Maßnahmen Das Diagramm veranschaulicht die beiden Anwendungsbereiche. Die rote Linie zeigt den Grenzwert der Klasse A-Geräte, die grüne Linie den Grenzwert für Klasse B-Geräte. Ein offen betriebener Frequenzumrichter besitzt eine Störabstrahlung, siehe schwarzen Kurve. Mit zusätzlichen Maßnahmen wie Filterung, Schirmung, geschlossener metallischer Umhausung und Anordnung der Komponenten lässt sich die Störaussendung signifikant reduzieren, siehe blaue Kurve. Anwendungsbereiche Die EMV-Normen definieren zwei Anwendungsbereiche: die Anwendung in der „industriellen Umgebung“ und die Anwendung im „Wohnbereich/Kleingewerbe“. Die industrielle Umgebung ist dadurch gekennzeichnet, dass das interne Niederspannungsnetz durch einen eigenen Transformator vom öffentlichen Mittel- oder Hochspannungsnetz getrennt ist. Die Grenzwerte für die Störaussendung dieser Industriegeräte (Klasse A-Geräte) liegen höher als die Grenzwerte für Geräte im Wohnbereich (Klasse B-Geräte), in dem viele unabhängige Abnehmer am gleichen Niederspannungsnetz hängen. Was ist EMV? Moderne Systeme und Anlagen werden technisch immer anspruchsvoller und vor allem der elektrische Teil zunehmend komplexer. Besonders der wachsende Anteil der Leistungs- und Mikroelektronik erhöht die Anforderung an die Komponenten, einen störungsfreien und zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten. EMV steht für elektromagnetische Verträglichkeit und bezeichnet die Fähigkeit eines elektrischen Gerätes, unter elektromagnetischen Störeinflüssen zufriedenstellend zu arbeiten, ohne dabei selbst elektromagnetische Störungen zu verursachen. Störfestigkeit und Störaussendung Grundsätzlich wird ein Gerät auf diese beiden Phänomene hin untersucht. Während des Betriebs wird ein Gerät verschiedenen, definierten Störgrößen ausgesetzt. Getestet werden typische elektrische Phänomene wie statische Entladung oder Stoßspannung (Blitzeinschlag). Die Prüfung bezieht sich dabei auf die Störfestigkeit, sprich „Immunität“ gegen diese äußeren Störquellen. Für die Prüfung der Störaussendung hingegen muss sich das Gerät in einem Zustand befinden, bei dem die maximale Emission von Störungen zu erwarten ist. Dabei dürfen die Aussendungen einen in den Normen festgelegten Grenzwert nicht überschreiten. Elektrische Antriebstechnik Trainingspakete > Ansteuerungen

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