Kondensatablass

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Der Kondensatablass wird in einer Wartungseinheit oft nicht richtig wahrgenommen. Ein Grund dürfte wohl darin liegen, dass der Kondensatablass meistens nicht als eigenes Bauteil in einer Wartungseinheit zu finden ist, sondern als Ergänzung zu einem Filter.

Manueller Kondensatablass

Symbol Kondensatablass manuell.png

Der Aufbau des manuellen Ablasses ist denkbar einfach. Am unteren Ende der Auffangschale ist lediglich eine Verschlussschraube angebracht, die man zum Ablassen öffnet und dann wieder schließt. Beim Einsatz eines Filters mit manuellem Kondensatablass, ist eine regelmäßige Kontrolle notwendig, um rechtzeitig das Kondensat abzulassen.

Automatischer Kondensatablass

Symbol Kondensatablass automatisch.png

Die Funktion des automatischen Kondensatablasses

Kondensatablass.png

Das Kondensat tropft von oben herab auf die Schutzkappe, die eine Verschmutzung bzw. das Verstopfen des Ventils verhindern soll, oder läuft an der Innenwand der Filterschale herunter und sammelt sich dann im unteren Teil der Schale.
In der Filterschale wird immer eine geringe Restmenge an Kondensat in der Schale verbleiben. Um den Ablass in Funktion zu bringen ist immer eine Mindestmenge an Kondensat erforderlich.
Beim automatischen Ablassvorgang bewirkt das Ansammeln des Kondensats ein Anheben des Schwimmers. Ist dies weit genug geschehen, öffnet die Ventilbetätigung das Ventil. Es nun wichtig zu wissen, dass die Filterschale während des Betriebs unter Druck steht. Dieser Druck dringt durch das Ventil in den inneren Druckraum des Automatikkolbens ein, und bewirkt zusammen mit der Feder eine schnelle Abwärts- und damit Öffnungsbewegung des Automatikkolbens – das Kondensat fließt ab.
Durch das abfließende Kondensat und den damit sinkenden Schwimmer wird das Ventil mit Hilfe der Ventilbetätigung wieder geschlossen. Gleichzeitig und auch nach dem vollständigen Schließen des Ventils baut sich der Druck im Automatikkolben über eine kleine Öffnung im Düseneinsatz langsam wieder ab. Ist dieser dann gering genug, bewirkt das von unten drückende (unter Druck stehende) Kondensat die Aufwärtsbewegung des Automatikkolbens und damit das Schließen der Ablassdichtung.
Der automatische Kondensatablass kann auch manuell betätigt werden. Dazu wird die manuelle Betätigung nach oben geschoben. Dadurch wird der innere Schieber mit der Ablassdichtung soweit nach oben gebracht, dass das Kondensat zwischen der Ablassdichtung und dem Automatikkolben abfließen kann. Nach dem Loslassen der manuellen Betätigung sorgt die Rückstellfeder für das Schließen des Ablasses.

Elektrischer Kondensatablass

Der elektrische Kondensatablass kommt dann zum Einsatz, wenn z.B.keine Druckluft aus dem System entweichen darf, oder der Ablass des Kondensats gezielt zu bestimmten Zeiten geschehen soll.

Kondensatablass elektrisch de.png


Die Druckluft wird an der Oberseite des Geräts angeschlossen. Der Kondensatablass wird an einem möglichst tiefliegenden Punkt eingebaut, damit sich dort das Kondensat sammeln kann. Während sich das Kondensat im dafür vorgesehenen Behälter sammelt, steigt es immer höher - bis es den innenliegenden Sensor erreicht. Dieser kapazitive Sensor gibt ab einer vorgegebenen Füllstandshöhe ein elektrisches Signal ab. Daraufhin öffnet sich das Ablassventil für eine vorgegebene Zeit und das Kondensat kann abfließen. Das Ablassventil wird nicht direkt gesteuert, sondern durch das Vorsteuerventil. Das Vorsteuerventil ist über einen kleinen Kanal mit der Druckluft aus der Anlage verbunden, braucht damit also keinen separaten Anschluss. Solange das Vorsteuerventil geschlossen ist, liegt der Anlagendruck oberhalb der Membrane in einem Druckraum, dadurch bleibt das Ablassventil durch die Membrane verschlossen.
Beim Öffnen des Vorsteuerventils wird mit der oberen Dichtung zunächst die Luftzufuhr in das Vorsteuerventil gestoppt. Gleichzeitig entlüftet der Raum oberhalb der Membrane des Ablassventils in die Abflussbohrung. Der auf dem Kondensat ruhende Anlagendruck kann nun die Membrane von unten anheben und damit das Ablassventil öffnen. Das Kondensat fließt ab.
Nach dem Abfließvorgang verbleibt immer eine kleine Menge Kondensat in der Einheit, um das Entweichen von Druckluft zu verhindern.

Hätten Sie's gewusst?

Warum bläst über den automatischen Kondensatablass stetig Luft ins Freie?

Geräte mit einem automatischen Kondensatablass müssen senkrecht eingebaut werden. Dabei darf eine Abweichung von 5° nicht überschritten werden, sonst schließt der Kondensatablass nicht mehr korrekt.

Filterschale

Kann ein Filter mit manuellem Kondensat-Ablass in einen automatischen Kondensat-Ablass umgebaut werden?
Ja, dazu muss die komplette Filterschale getauscht werden. Die richtigen Filterschalen sind im Ersatzteilkatalog hinterlegt.

Unterschied zwischen einem automatischen - und halbautomatischen Kondensatablass

Der halbautomatische Kondensatablass öffnet automatisch wenn der Druck von diesem Bauteil weggenommen wird.

Ein vollautomatischer Kondensatablass macht dies auch. Außerdem öffnet ein vollautomatischer Kondensatablass auch wenn er unter Druck steht und das Kondensat einen bestimmten Füllstand erreicht hat.

Sind automatische Kondensatablässen von Festo halb- oder vollautomatische Kondensatablässe?

Alle automatischen Kondensatablässe an Wartungsgeräten von Festo sind im druckbeaufschlagten Zustand vollautomatische Kondensatablässe.
Wenn die Druckluft abgeschaltet wird, reagiert der Kondensatablass wie ein halbautomatischer Kondensatablass und entlüftet.

Arbeitet der automatische Kondensatablass auch, wenn kein Luftverbrauch stattfindet?

Der automatische Kondensatablass hat für einen korrekten Funktionsumfang nur wenige Einschränkungen. Dazu gehören außer der senkrechten Einbaulage auch ein Mindestdurchfluss beim Einschalten der Luft von 125 l/min. Liegt die Durchflussmenge unter diesem Wert, kann es sein, dass der Kondensatablass, der in druckunbeaufschlagtem Zustand offen ist, nicht schließt.