der ersten Lerneinheit. Das zweite Auf-
arbeiten erfolgt am besten weitere 24
Stunden nach der ersten Wiederholung.
Lernen, ohne zu lernen
Der Mensch lernt jedoch nicht nur im klas-
sischen Sinne durch Lesen oder im Frontal-
unterricht mit Lehrer und Kursleiter. Nach
Schätzungen der Faure-Kommission der
UNESCO nehmen Menschen rund 70 Pro-
zent ihres Wissens auf informellemWeg
auf, das heisst ausserhalb von Bildungs-
institutionen, wie beispielsweise im Freun-
deskreis, auf dem Sportplatz, im Alltag.
Gleiches gilt auch für das Berufsleben.
Orte des „unbemerkten“ Wissenserwerbs
sind die Kaffeeküche, die Werkbank oder
der Drucker im Flur. Informelles Lernen
lässt sich allerdings nur schwer steuern.
Was wir dabei lernen, eignen wir uns un-
bewusst an. Immer mehr Unternehmen
fördern daher den offenen Austausch mit
Kollegen über den Schulungs- und Semi-
narraum hinaus. Informelles Lernen und
eine so genannte „aktive Lernkultur“ las-
sen sich jedoch nicht vorschreiben, sie
müssen den Mitarbeitern überlassen wer-
den. Was Unternehmen tun können, ist
den Raum dafür zu schaffen. Die einfach-
ste Variante sind Teeküchen oder Kaffee-
Lounges, in denen Mitarbeiter sich treffen
und über die Arbeit sprechen. Vielerorts
haben Unternehmen erkannt, dass gerade
diese Treffpunkte Orte der Innovation sein
können, in denen offener Gedankenaus-
tausch zum echten Produktionsvorteil
wird.
Rund 70 Prozent dessen, was wir lernen, nehmen wir unbewusst auf, im Gespräch
mit dem Nachbarn, mit Freunden oder Kollegen. Das so genannte informelle oder
implizite Lernen kann durch die richtigen Rahmenbedingungen im Unternehmen
zum Produktionsvorteil heranreifen. Hierzu gehören nach Bildungsberater und
e-Learning-Spezialist Jochen Robes fünf zentrale Punkte:
1. Gestalten von offenen Lernumgebungen, die Raum bieten für selbst organi-
siertes Lernen.
2. Entwickeln von zukunftsorientierten Lernprozessen.
3. Informieren von Mitarbeitern über die Natur und den Wert impliziten Lernens.
4. Anregen von gemeinsamen, vernetzten Lernmöglichkeiten.
5. Fördern der Weitergabe expliziten Wissens und Auflösen von Besitzstands-
denken.
Wissen aufnehmen im Vorbeigehen
Reif für die Lerninsel
Neben diesen Aufenthaltsräumen setzen
viele Unternehmen mittlerweile auf neue
informelle Orte für informelles Lernen.
Dazu gehören unter anderem bewusst
erweiterte Treppenabsätze. Hier begegnet
man Kollegen, denen man schon immer
mal „diese eine Frage“ stellen wollte,
sich aber nie die Gelegenheit dazu bot.
Eine weitere Möglichkeit ist der Aufbau so
genannter Lerninseln – integriert in den
Arbeitsprozess. Dies sind Orte, an denen
Mitarbeiter während der Produktion, Kon-
struktion oder Entwicklung ganz bewusst
zusammenkommen, um über die in einem
gemeinsamen Projekt gesammelten Erfah-
rungen zu sprechen. Lerninseln können
dazu beitragen, dass Mitarbeiter bereit
sind, schwierige Aufgaben selbstständig
zu lösen. Dadurch werden sie in ihrem
Handeln stärker selbst- als fremdgesteu-
ert, sie entwickeln sich weiter und lernen
im und vom Team.
Aktive Lernkultur:
Viele Unternehmen setzen mittlerweile auf informelle Orte für den gezielten Informationsaustausch unter Kollegen
und auf so genannte Lerninseln.
2.2011
trends in automation
Impulse
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