Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Angesichts des globalen industriellen Wandels steht die Automatisierung an der Schwelle zwischen Innovation und Nachhaltigkeit. Da die Reduzierung von CO2 und nachhaltige Unternehmenspraktiken immer wichtiger werden, werden rechtliche Rahmenbedingungen und Initiativen neu gestaltet, um einen nachhaltigen Weg nach vorne zu ebnen. In den nächsten zehn Jahren werden fünf zentrale Initiativen die Maßstäbe dafür setzen, wie Automatisierungsunternehmen arbeiten, Innovationen vorantreiben und im Wettbewerb bestehen. Es ist wichtig, diese rechtlichen Aspekte zu verstehen. Dies ermöglicht es Unternehmen, nicht nur die Regeln einzuhalten, sondern auch die Nachhaltigkeitsanforderungen frühzeitig in Prozesse und Entscheidungen einzubinden.

Gestalten Sie Ihre Beschaffung nachhaltiger​

Erfahren Sie, wie Sie eine effiziente, konforme und zukunftsfähige Lieferkette aufbauen können. Diese Checkliste hilft Ihnen dabei, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, unternehmensspezifische Ziele zu erreichen und Ihre Nachhaltigkeitsstrategie aktiv zu unterstützen.​

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1. Die Science Based Targets Initiative (SBTi)

Die SBTi ermutigt Unternehmen dazu, wissenschaftsbasierte Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasen festzulegen, die im Einklang mit dem Pariser Abkommen stehen. Diese Klimaziele umfassen direkte und indirekte Emissionen. Unternehmen können ihre direkten Emissionen selbst beeinflussen, während indirekte Ziele von der Lieferkette abhängen. Insbesondere in der Automatisierungsbranche wächst der Druck, diese Emissionsreduzierungen zu integrieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das bedeutet, dass Unternehmen Lieferanten bevorzugen könnten, die aktiv daran arbeiten, ihre eigenen Klimaziele zu erreichen. Die Berücksichtigung wissenschaftlich fundierter Klimaziele kann für Beschaffungsentscheidungen von Bedeutung sein. Erfahren Sie mehr über die SBTi und ihre Ziele.

2. Der European Green Deal

Der European Green Deal ist eine umfassende Sammlung von Initiativen der EU, die damit die grüne Transformation erreichen will. Bis 2050 soll die EU demnach klimaneutral werden, und der Verbrauch von Ressourcen soll vom Wirtschaftswachstum entkoppelt werden. Dazu gehören verschiedene politische Maßnahmen, aus denen spezifische Regulatoriken wie die CSRD und CS3D hervorgehen. Für die Automatisierungsbranche heißt das, dass sie auf nachhaltige Praktiken umsteigen, Produkte für die Kreislaufwirtschaft entwickeln und die strengere Energieeffizienzstandards einhalten muss. Gleichzeitig eröffnen sich Finanzierungsmöglichkeiten, da für Unternehmen, die in grüne Innovationen investieren, Zugang zu Zuschüssen und Subventionen geschaffen wird.

3. Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)

Die CSRD erweitert die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen innerhalb der EU erheblich. Das Ziel ist, Nachhaltigkeitsberichte zu standardisieren und vergleichbar zu machen sowie für mehr Transparenz zu sorgen. Käufer verlangen zunehmend glaubwürdige Nachweise für die Nachhaltigkeitsversprechen ihrer Lieferanten. Dies erfordert robuste Datenverwaltungssysteme. Unternehmen, die frühzeitig die CSRD-Standards veröffentlichen und Daten automatisieren (bis in die Feldebene), können sich Wettbewerbsvorteile durch transparente Berichterstattung sichern und so ihre Marktposition stärken. Richtlinien und Details zur CSRD finden Sie hier.

4. Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CS3D)

Die CS3D will soziale und ökologische Nachhaltigkeit in der Lieferkette fördern. Unternehmen müssen die Nachhaltigkeitspraktiken ihrer Lieferanten genau unter die Lupe nehmen. Wer die Standards nicht erfüllt, dem droht ein Haftungsrisiko. Gleichzeitig eröffnet die CS3D auch potenzielle Geschäftsmöglichkeiten, denn die Einhaltung der Standards ist für den Zugang zu den europäischen Märkten Voraussetzung. Weiterführende Informationen zur CS3D erhalten Sie hier.

5. Das Energieeffizienzgesetz

Das Energieeffizienzgesetz schreibt vor, wie Energie genutzt werden soll. Das führt dazu, dass mehr nach effizienten Lösungen gesucht wird, und fördert Innovationen zur Energieoptimierung in den Bereichen Digitalisierung, KI und IoT. Dies ist besonders für die Automatisierungsbranche relevant, die eine Schlüsselrolle beim industriellen Energiemanagement spielt. Die Nachfrage nach hocheffizienten Automatisierungslösungen wird steigen, da Unternehmen bestrebt sind, Energieeffizienzziele zu erreichen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Serviceangeboten, durch die die verpflichtende Verbesserung der Energieeffizienz umgesetzt werden kann.

Vorbereitung auf die nachhaltige Zukunft

Die zunehmende ESG-Regulierung und der Druck auf die Wertschöpfungskette durch indirekte Ziele läuten einen Paradigmenwechsel ein. Nachhaltigkeit wird zum ausschlaggebenden Faktor bei Kaufentscheidungen in der Automatisierung. Unternehmen, die proaktiv handeln und in nachhaltige Technologien der nächsten Generation investieren, können ihre Marktposition stärken und neue Chancen nutzen. Diese bestehen vor allem in monetären Einsparungen durch einen geringeren Energieverbrauch und in einer vereinfachten Datenanalyse, die zu transparenterer Berichterstattung führt. Dabei müssen die Kosten für die Einhaltung von Nachhaltigkeitsgesetzen gegen die Einsparungen durch einen geringeren Energieverbrauch abgewogen werden.

Fazit

Regulatorische und marktbezogene Entwicklungen eröffnen Chancen für Effizienz- und Datenlösungen in der Automatisierungsbranche.