Bei der Erfassung der Emissionen orientieren wir uns an dem Greenhouse Gas Protocol (kurz: GHG Protocol, deutsch: „Treibhausgasprotokoll“), das als der international anerkannteste Standard zur Erfassung und Bilanzierung von Treibhausgasemissionen gilt. Es gliedert die Emissionen in Scope-1-Emissionen (direkte Emissionen), Scope-2-Emissionen (indirekte Emissionen aus Endenergiebezug wie Strom und Fernwärme) und Scope-3-Emissionen (sonstige indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette).
Im Rahmen der globalen Nachhaltigkeitsstrategie von Festo steht die konsequente Vermeidung bzw. Reduzierung von Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) an erster Stelle. Wir haben uns anspruchsvolle, wissenschaftsbasierte Klimaziele gesetzt, um die globale Erderwärmung möglichst auf 1,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Diese Ziele wurden im Februar 2025 offiziell von der Science Based Targets initiative (SBTi) validiert. Die SBTi ist eine unabhängige Initiative, die Reduktionsziele anhand klimawissenschaftlicher Erkenntnisse prüft.
Als übergeordnetes „Net-Zero“-Ziel („Netto-Null“) verpflichten wir uns bis 2050 entlang der Wertschöpfungskette (Scopes 1-3) genauso viele Treibhausgase zu binden, wie wir freisetzen.
Um die Ziele zu Scope 1 und 2 zu erreichen, setzen wir einen globalen Infrastrukturplan um und verfolgen eine globale Grünstromstrategie. Zusätzlich investieren wir weiterhin in Energieeffizienzmaßnahmen und den weiteren Ausbau von Photovoltaik (PV).
Zur Reduktion der THG-Emissionen in der Wertschöpfungskette (Scope 3) setzen wir mit zunehmender Regionalisierung „local for local“ auf möglichst kurze Lieferketten. Im Bezug auf Produkte berücksichtigen wir Nachhaltigkeitsaspekte im Produktentwicklungsprozess von Anfang an, um den CO₂-Footprint in der Herstellung sowie den Energieverbrauch in der Produktnutzungsphase zu optimieren.
Festo ermittelt seinen Corporate Carbon Footprint (CCF) über alle drei Scopes des GHG Protocol. Dabei wurden die vier Kategorien 3.10, 3.13, 3.14 und 3.15 als nicht relevant für den CO₂-Fußabdruck von Festo identifiziert. Diese Kategorien wurden daher nicht berücksichtigt.
Die Ergebnisse können Sie der Tabelle Treibhausgasemissionen 2024 (in tCO₂eq) entnehmen. Die Berechnung zeigt ein eindeutiges Ergebnis: 99 Prozent der Emissionen werden innerhalb der Kategorien 3.1, 3.4 und 3.11 verursacht. Eine detaillierte Auflistung finden Sie in unseres Nachhaltigkeitsberichts.
Treibhausgasemissionen (Scope 1, Scope 2 und Scope 3) in Anlehnung an das GHG Protocol (in t CO₂e).
(*1) Zeitraum 10/2024 – 09/2025
(*2) Im Vergleich zu 2024 aufgrund eines überarbeiteten Berechnungsansatzes angepasst.
(*3) Abfälle aus Stammsitz und Produktionsstandorten eingeschlossen; Abfälle von Landesgesellschaften (Vertriebsbüros usw.) ausgeschlossen.
(*4) 3.9 = ausgenommen, 3.10, 3.13, 3.14 und 3.15 nicht relevant.
Die Scope-1- und Scope-2-Emissionen für das Jahr 2025 werden in den folgenden beiden Diagrammen abgebildet. Den auf den Umsatz bezogenen Gesamtenergiebedarf sowie die umsatzbezogenen Emissionen der Scope 1 und 2 können Sie den Abbildungen darunter entnehmen.
(*1) Zeitraum 10/2024 – 09/2025
(*2) Ab 2025 einschließlich eigenerzeugtem Strom aus PV aus den Standorten des Produktions- und Logistigverbundes.
(*3) Aufgrund der nicht mehr kompensierten durch den Fernwärmebezug verursachten Emissionen
Auf dem Weg zur CO₂-neutralen Fabrik unserer Kunden sind unternehmensübergreifende Lösungen für die Industrie notwendig, die weit über unser eigenes Produktportfolio hinausgehen. Der aktuell größte Hebel, den Festo als Komponentenlieferant in Bezug auf den Klimaschutz hat, ist die Reduzierung der Scope-3-Emissionen – konkret bei der Nutzung der verkauften Produkte beim Kunden. Dazu bedarf es Spezialisten mit dem Know-how, das gesamte pneumatische System zu optimieren.
Auf dieser ganzheitlichen Sichtweise basieren die Festo Energy Saving Services – ein maßgeschneidertes Dienstleistungsprogramm nach DIN EN ISO 11011 („Druckluft-Energieeffizienz-Audit“). Dieses dient der Ermittlung und bestmöglichen Ausschöpfung von Druckluft-Einsparpotenzialen beim Kunden, die dadurch auch ihr gesamtes Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 optimieren.
Wir haben an allen bestehenden Produktionsstätten Umweltmanagementsysteme etabliert und nach ISO 14001 zertifiziert. In Rahmen dessen arbeiten wir an der effizienten Nutzung von Materialien und Betriebsstoffen sowie der Abfallreduzierung und dem sparsamen Gebrauch von Wasser arbeiten. Die aktuellen Kennzahlen dazu finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht.
Durch unsere Umwelt-Compliance gewährleisten wir, dass sichere Prozesse etabliert werden. Fehler können schnellstmöglich erkannt, behoben und zukünftig vermieden werden. Wir verbessern unsere Umweltleistung kontinuierlich über den gesamten Lebenszyklus unserer Produkte hinweg.
Seitens Festo gibt es keine schwerwiegenden Verstöße gegen das Umweltrecht. Nicht sanktionsbehaftete, kurzfristige Überschreitungen von Abwasser- oder Emissionsgrenzwerten können vorkommen. Entsprechende Gegenmaßnahmen werden immer ergriffen. Sind durch Überschreitungen der Grenzwerte Meldepflichten an die Behörden vorgegeben, werden diese wahrgenommen.
Wir sind überzeugt, dass technologischer Fortschritt und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen müssen. Als familiengeführtes Unternehmen verfolgen wir eine Nachhaltigkeitsstrategie, die ökologische, soziale und unternehmerische Verantwortung verbindet und unser Handeln leitet.
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