Filter

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Symbol Filter.png Druckluft muss immer so sauber sein, dass sie keine Störung verursacht oder Beschädigungen hervorruft.
Verschmutzungen fördern den Verschleiß an Gleitflächen und Dichtelementen. Dadurch können Funktion und Lebensdauer von Pneumatikelementen beeinträchtigt werden. Da jeder Filter auch einen Durchflusswiderstand darstellt, sollte die Druckluft aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch immer nur so sauber wie nötig sein.


Filterarten

Druckluft-Filter reinigen die Luft von festen Bestandteilen und Feuchtigkeitströpfchen. Partikel > 40 … 5 μm (je nach Filterfeinheit) werden durch einen Sinterfilter zurückgehalten. Flüssigkeiten werden mit Hilfe der Zentrifugalkraft abgeschieden. Das in der Filterschale angesammelte Kondensat muss von Zeit zu Zeit entleert werden, da es sonst durch die Luft mitgerissen wird.

Zyklonabscheider

Der Zyklonabscheider ist eine Art grober Vorfilter für Wassertröpfchen und größere Staub- oder Schmutzpartikel (größer 50 μm). Vereinfacht ausgedrückt, arbeitet der Zyklonabscheider wie eine Luftschleuder. In den Luftstrom (von unten nach oben) ist ein Wirbeleinsatz eingebaut, der die Luft in eine schnelle Drehbewegung versetzt. Durch die entstehenden Fliehkräfte werden die schwereren Teilchen – also Wasser und gröberer Schmutz – radial an die Außenwandung geschleudert und laufen von dort aus in einen Sammelbehälter, die sogenannte Filterschale mit Kondensatablass

Zyklonabscheider.png


Vorfilter

Vorfilter sind im Grunde genommen feine Siebe. Sie sind fast ausschließlich rund und werden von außen nach innen durchströmt. Partikel, und in geringem Maße auch Öl und Wasser, werden an der Oberfläche gesammelt. Die Porengröße des Filters bestimmt die Partikelgröße die gefiltert werden kann. Diese Filter sind regenerierbar, indem man sie einfach auswäscht.
Mit einer gefilterten Partikelgröße zwischen 25 und 40 μm sind diese Filter für „normale“ Ansprüche in der Regel ausreichend.

Vorfilter.png


Mikrofilter

Mikrofilter (Koaleszenzfilter) sind Filter für höhere Ansprüche.
Der Restölgehalt wird auf einen Wert von 0,01 mg/m³ - das entspricht der Klasse 1 der Druckluftqualitäten - reduziert und die Luft ist damit praktisch ölfrei. Schmutzpartikel werden bis zu 0,01 μm ausgefiltert, was ebenfalls der Klasse 1 entspricht.
Die Filter bestehen aus in Falten gelegtem Vlies, das sich aus einem Gewirr von vielen Einzelfasern zusammensetzt.
Mikrofilter werden von innen nach außen durchströmt. Dabei werden Öl und Wasser nach und nach weiter nach außen gedrängt und ein Teil des Kondensats kann so den Filter wieder verlassen. Damit erhöht sich dann wieder die Standzeit des Filters.

Mikrofilter.png


Aktivkohlefilter

Bei den Aktivkohlefiltern werden die Kohlenwasserstoffe durch Adhäsion an Aktivkohle gebunden.
Die Aktivkohle ist allerdings nicht regenerierbar. Gefiltert werden Reste an Kohlenwasserstoffen, sowie Geruchs- und Geschmacksstoffen, die nach dem Mikrofiltern noch enthalten sind.
Einem Aktivkohlefilter wird idealerweise ein Trockner und ein Mikrofilter vorgeschaltet.


Aktivkohlefilter.png


Wasser in der Druckluft

Die einzig richtige Lösung um überschüssiges Wasser aus der Druckluft zu entfernen, ist der Einsatz eines Trockners. Wenn ein Trockner nicht eingesetzt werden kann, gibt es die Möglichkeit, zumindest einen Teil des Wassers, über Filter aus der Druckluft zu entfernen. Wir empfehlen dazu mindestens den Einsatz einer Filterkombination mit einem 1mü Vorfilter und einem nachfolgenden 0,01 mü Filter.


Schutzkorb

Nach DIN ISO 4414 Kapitel 8.4.1 sind nichtmetallische Filter- und Abscheidergehäuse mit einem Berstschutz zu versehen.