Prozessautomation und Wasserwirtschaft. Lernlösungen für die Aus- und Weiterbildung

Merkmale moderner Wasserwerke • Durch die Echtzeitüberwachung von Wassersystemen, die durch den Einsatz von Sensoren und Überwachungsgeräten ermöglicht wird, können Betreiber sofortige und aktuelle Informationen über Wasserqualität, Druck und Verteilung erhalten. Diese Fähigkeit verbessert die proaktive Entscheidungsfindung und ermöglicht eine schnelle Reaktion auf neu aufkommende Probleme. • Automatisierte Steuerungssysteme optimieren verschiedene Wasseraufbereitungs- und -verteilungsprozesse, indem sie Aufgaben wie die automatische Dosierung von Chemikalien, die Steuerung von Pumpen und die Einstellung von Ventilen überwachen und so einen präzisen und effizienten Betrieb sicherstellen, was manuelle Eingriffe weitgehend überflüssig macht. • Die Analyse der von Sensoren und Monitoringsystemen generierten Daten liefert wertvolle Erkenntnisse über Leistungstrends und ermöglicht es den Betreibern, datengestützte, fundierte Entscheidungen über Ressourcenzuweisung, Wartungsplanung und allgemeine Systemoptimierung zu treffen. • Die kontinuierliche Überwachung des Zustands und der Leistung der Geräte ermöglicht eine vorausschauende Wartung, wodurch Ausfallzeiten reduziert und die betriebliche Effizienz gesteigert werden. • Moderne Wasserwerke integrieren Technologien wie IoT-Geräte und Kommunikationsnetzwerke. Diese vernetzte und intelligente Infrastruktur ermöglicht ein effizientes Asset Management, das die Fernüberwachung und -verwaltung von Geräten und Infrastrukturkomponenten erlaubt. • Viele Pump-, Heiz- und Kühlsysteme und -geräte sind energieintensiv. Die Belüftung ist der energieintensivste Prozess, da sie das Wachstum und die Aktivität der aeroben Bakterien fördert, die für den Abbau der organischen Stoffe im Abwasser verantwortlich sind. Die Digitalisierung trägt zur Energieoptimierung in der Wasserwirtschaft bei, indem sie die intelligente Steuerung solcher Anlagen ermöglicht und damit den Energieverbrauch und die Betriebskosten senkt. Darüber hinaus trägt die Integration von erneuerbaren Energien vor Ort dazu bei, die Energiekosten zu kompensieren und den CO2-Fußabdruck zu reduzieren. • Wasserversorgungsunternehmen können nachhaltigere Praktiken einführen, z. B Optimierung des Chemikalieneinsatzes , Minimierung der Wasserverschwendung und Einführung energieeffizienter Technologien u. a. Diese Bemühungen stehen im Einklang mit umfassenderen Umweltschutzzielen. Auswirkungen auf Berufe Die Digitalisierung hat erhebliche Auswirkungen auf verschiedene Berufe in der Wasserwirtschaft. Anlagenbetreiber nutzen digitale Tools, um die Chemikaliendosierung anzupassen, die Anlagenleistung zu überwachen und umgehend auf Alarme und Warnungen zu reagieren. Automatisierungsingenieurinnen und -ingenieure sind für die Programmierung und Wartung von SPS- und SCADA-Systemen und die Optimierung der Prozesse in Aufbereitungsanlagen und Verteilungsnetzen zuständig. Technikerinnen und Techniker für Fernüberwachung und -steuerung überwachen den Betrieb und beheben Probleme von einem zentralen Standort aus. Digitale Echtzeitinstrumente und automatisierte Probenahmesysteme haben die Wasserqualitätsanalyse und Chemie revolutioniert. Wartungstechnikerinnen und Wartungstechniker setzen digitale Tools für die vorausschauende Wartung ein. Datenanalystinnen und -analysten verarbeiten und interpretieren die von Sensoren und Systemen gesammelten Daten, um fundierte Entscheidungen über Wasserqualität, -verteilung und -aufbereitung zu treffen. Im Zuge der Digitalisierung steigt auch die Nachfrage nach Cybersicherheitsexpertinnen und -experten. Neue Qualifikationsanforderungen Um sich auf ihre neuen Aufgaben vorzubereiten, müssen sowohl die derzeitigen als auch die künftigen Mitarbeitenden ihre digitale Kompetenz verbessern, um digitale Tools richtig zu nutzen und zu verstehen, wie Daten erfasst, verarbeitet und genutzt werden. Die Kenntnis von Programmiersprachen und Automatisierungssystemen ist für die Entwicklung und die Umsetzung automatisierter Steuerungslösungen für Wasseraufbereitungsprozesse unerlässlich. Die Beherrschung der Datenanalyse ist entscheidend für die Gewinnung aussagekräftiger Erkenntnisse aus umfangreichen Datensätzen und die Optimierung von Wasseraufbereitungsprozessen. Ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein und ein Verständnis für die Auswirkungen auf die Umwelt und für umweltschonende Praktiken in der Wasserwirtschaft sind unabdingbar. Darüber hinaus benötigen Mitarbeitende Problemlösungskompetenz und die Fähigkeit, sich an die sich schnell ändernden Technologien und Umweltbedingungen anzupassen. Angesichts der Komplexität und Vernetzung der Systeme sollten die Mitarbeitenden darauf vorbereitet sein, in multidisziplinären Teams zusammenzuarbeiten. Digitalisierung ist ein starker Modernisierungstreiber für Wasserwerke und Kläranlagen und revolutioniert die traditionellen Ansätze der Wasserversorgung und Abwasserbehandlung. In diesem Zusammenhang bedeutet Digitalisierung die Integration fortschrittlicher Technologien, datengesteuerter Strategien und Automatisierung, um Effizienz, Nachhaltigkeit und Gesamteffektivität zu verbessern. Der Erfolg der Digitalisierung hängt von qualifizierten Arbeitskräften ab, die in der Lage sind, die Wasserressourcen gewissenhaft zu optimieren und zu verwalten. Daher kommt der Aus- und Weiterbildung im Bereich der Prozessautomation eine Schlüsselrolle zu. M19 → festo.com/didactic Magazin > Aktuelle Trendthemen

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